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Detransition
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Detransition, seltener auch Retransition, bezeichnet das Ablegen der Identifikation mit einem anderen Geschlecht und das ganz oder teilweise RĂŒckgĂ€ngigmachen der geschlechtlichen Transition in sozialer, rechtlicher oder körperlicher Hinsicht.
Es gibt bislang nur wenige Informationen von Therapeuten und Ărzten, aus denen sich Hinweise ergeben, wie hĂ€ufig das PhĂ€nomen der Detransition insgesamt sein kann. Es gibt gleichzeitig mit der Zunahme von Menschen, die den Weg einer Transition gehen,cite-ref-1[1]cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] in den Medien Berichte ĂŒber eine wachsende Zahl von Menschen, die sich zur Detransition entschieden haben und ĂŒber ihren Lebensweg und die Motivationen berichten.
Das Thema der Detransition sorgt regelmĂ€Ăig fĂŒr Kontroversen, die den verschiedenen Sichtweisen von transgender, christlichen, konservativen und radikalfeministischen Interessenvertretern auf TranssexualitĂ€t allgemein geschuldet sind.
Contents
âą Begriff
âą Kontroverse
âą Weblinks
âą Nachweise
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Begriff
Begriff und Merkmale einer Detransition
Der Begriff âTransitionâ bezeichnet den Vorgang, bei dem eine sich als transsexuell, transgender oder transident identifizierende Person ihr Erscheinungsbild so Ă€ndert, dass sie einem anderen Geschlecht entspricht. Im deutschen Sprachgebrauch werden auch hĂ€ufig fĂ€lschlicherweise der Begriff der âGeschlechtsumwandlungâ (der von Therapeuten wie Betroffenen nicht mehr benutzt wird)cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] oder der âGeschlechtsangleichungâ beziehungsweise âGeschlechtsanpassungâ verwendet. Man kann die soziale, rechtliche und körperlich-medizinische Transition unterscheiden. Die soziale Transition kann die Ănderung der Kleidung und Haartracht beinhalten sowie den (noch nicht gerichtlich bestĂ€tigten) Wechsel des Vornamens und der Personalpronomen (beispielsweise âerâ statt âsieâ).cite-ref-23-7-0[7] Die rechtliche Transition entspricht in Deutschland der personenstandsrechtlichen Anpassung des Vornamens an die erlebte Geschlechtszugehörigkeit und die Ănderung der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung nach den Vorgaben des Transsexuellengesetzes, die seit 2011 keine medizinischen Voraussetzungen mehr enthalten. Geschlechtsangleichende MaĂnahmen in körperlich-medizinischer Hinsicht sind die Hormonersatztherapie und geschlechtsangleichende Operationen, denen sich jedoch nicht alle Transpersonen unterziehen.cite-ref-23-7-1[7] Bei der Hormonersatztherapie werden Geschlechtshormone des Wunschgeschlechts, also Testosteron beziehungsweise Estrogene, verabreicht; bei Transfrauen zusĂ€tzlich noch sogenannte Hormonblocker. Geschlechtsangleichende Operationen sind bei TransmĂ€nnern vor allem die Mastektomie, Hysterektomie und Phalloplastie, bei Transfrauen vor allem die BrustvergröĂerung und die Kolpopoese (das heiĂt das Anlegen einer Neovagina), gegebenenfalls aber auch eine sogenannte Facial Feminization Surgery, bei der die mĂ€nnliche Gesichtsform feminisiert wird.cite-ref-23-7-2[7]
Das PrĂ€fix âde-â bei âDetransitionâ steht fĂŒr das RĂŒckgĂ€ngigmachen der Transition. Seltener wird auch der synonyme Begriff der âRetransitionâ verwendet.cite-ref-19-8-0[8]cite-ref-20-9-0[9]cite-ref-43-10-0[10]cite-ref-44-11-0[11] Im Englischen werden Personen, die eine Detransition unterlaufen, als Detransitioners bezeichnetcite-ref-31-12-0[12]; ein deutscher Begriff hat sich noch nicht herausgeprĂ€gt. In sozialer und rechtlicher Hinsicht werden bei einer Detransition entweder der Geburtsname oder ein anderer Name, der dem Geburtsgeschlecht entspricht und die Pronomen angenommen, die zum Geburtsgeschlecht passen. Zudem wĂ€hlen viele Detransitioners Kleidung, die ihrem ursprĂŒnglichen Geschlecht entspricht; teilweise kleiden sie sich aber auch weiterhin nicht geschlechtskonform oder in unisex Kleidung.cite-ref-24-13-0[13] Insbesondere MĂ€nner, die zeitweise als Transfrauen lebten, entscheiden sich wieder fĂŒr typischere kĂŒrzere mĂ€nnliche Frisuren. Hat sich bei einer Frau, die zeitweise als Transmann gelebt hat, infolge einer Hormontherapie Gesichtsbehaarung eingestellt, ist dies nicht rĂŒckgĂ€ngig zu machen, ebenso wie die durch Testosteron ausgelöste Vertiefung der Stimme.cite-ref-18-14-0[14]cite-ref-25-15-0[15]cite-ref-24-13-1[13] Bei Einstellung der Hormontherapie entwickelt sich der Körper zu seiner ursprĂŒnglichen Fettverteilung zurĂŒckcite-ref-35-16-0[16] und bei einstigen TransmĂ€nnern setzt die Menstruation nach einiger Zeit ĂŒblicherweise wieder ein, sofern sie sich nicht einer Hysterektomie unterzogen haben. Die FertilitĂ€t kann durch eine Hormonbehandlung, auch wenn keine geschlechtsangleichenden Operationen stattgefunden haben, jedoch beeintrĂ€chtigt sein.cite-ref-25-15-1[15]cite-ref-17[17] Geschlechtsangleichende Operationen an den Genitalien können in der Regel nicht rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden.cite-ref-26-18-0[18] Es gibt Berichte ĂŒber EinzelfĂ€lle von Phalloplastien bei MĂ€nnern, die sich wĂ€hrend ihrer Zeit als Transfrau Hoden und Penis abnehmen lassen hatten.cite-ref-45-19-0[19]cite-ref-46-20-0[20]cite-ref-21[21]
Abgrenzung einer Detransition von Desistance
Im Kontext von Kindern und Jugendlichen, die sich in Behandlung bei Gender-Spezialisten begeben, gegebenenfalls PubertĂ€tsblocker und Hormone des erlebten Geschlechts einnehmen, sich aber im Laufe der individuellen Therapie nicht fĂŒr geschlechtsangleichende Operationen entscheiden, wird vornehmlich der Begriff der Desistance (deutsch: Abstandnahme) verwendet, wenn sie sich entscheiden, ihre Geschlechtstransition nicht weiter zu verfolgen, und die Behandlung einstellen.
In der Diskussion ĂŒber die HĂ€ufigkeit werden je nach ideologischer Position die HĂ€ufigkeit eines Verzichts im Kindesalter mit der nach Einsetzen der PubertĂ€t vermischt. Auch bestehen Zweifel darĂŒber, ob die Angaben des hĂ€ufig zitierten Autors Kenneth J. Zucker nach anerkannten wissenschaftlichen MaĂstĂ€ben ermittelt wurden.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]cite-ref-48-24-0[24]
Eine Bezeichnung fĂŒr die in dieser Form abstandnehmende Person ist Desister. Das Antonym zur Desistance ist die sogenannte Persistence (deutsch: Beharren), die umschreibt, dass Kinder und Jugendliche bis ins Erwachsenenalter bestĂ€ndig an der Ăberzeugung festhalten, dass ihre GenderidentitĂ€t nicht ihrem Geburtsgeschlecht entspricht.cite-ref-25[25]
HĂ€ufigkeit und Motivationen
Insgesamt gibt es wenig Forschung zu Detransitionen, der GroĂteil der bestehenden Literatur kommt aber zu dem Schluss, dass sie relativ selten sind.cite-ref-26[26] GrundsĂ€tzlich wird der Anteil derjenigen, die eine Detransition vornehmen, mit 1 % bis 13 % angegeben, wobei diese bei neueren Studien gestiegen ist und hĂ€ufig die Abbruchsquoten bei den Studien verhĂ€ltnismĂ€Ăig hoch sind, weswegen es noch weitere Forschung benötigt.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28] AuĂerdem gibt es Erkenntnisse, dass nur 24 % derjenigen, die eine Detransition machen, ihren Hausarzt informieren.cite-ref-29[29] Bei der HĂ€ufigkeit der Desister bei Kindern und Jugendlichen ist auf die Unterscheidung in Kinder vor der PubertĂ€t, Tanner-1-Stadium, und Jugendliche, Tanner-2-Stadium und spĂ€ter, zu unterscheiden. Da bei Kindern vor Einsetzen der PubertĂ€t eine medizinische Intervention zur Verhinderung der AusprĂ€gung sekundĂ€rer Geschlechtsmerkmale nicht notwendig ist, wird diese auch nicht durchgefĂŒhrt und ein Desistieren ist nicht mit Jugendlichen oder Erwachsenen zu vergleichen.
HĂ€ufigkeit von Desistance
FĂŒr eine Studie, die 2008 veröffentlicht wurde, befragten Forscher Jugendliche und junge Erwachsene, die in ihrer Amsterdamer Klinik im Kindesalter wegen Geschlechtsdysphorie behandelt wurden.cite-ref-48-24-1[24] Von den 77 ehemaligen Patienten meldeten sich 54 zurĂŒck.cite-ref-48-24-2[24] Von ihnen gaben 21, also rund 39 %, an, weiterhin an Geschlechtsdysphorie zu leiden; fast alle davon waren homosexuell oder bisexuell.cite-ref-48-24-3[24] Die 33 Desister (rund 61 %) hingegen waren ĂŒberwiegend heterosexuell, die HĂ€lfte der mĂ€nnlichen Desister homosexuell.cite-ref-48-24-4[24] Insgesamt sei Geschlechtsdysphorie im Kindesalter jedoch indikativ fĂŒr eine homo- oder bisexuelle Orientierung.cite-ref-48-24-5[24] Im Vergleich mit den Persistern stellte sich heraus, dass sie schon bei der ersten Behandlung weniger starke Anzeichen von Geschlechtsdysphorie gezeigt hatten.cite-ref-48-24-6[24]
Eine spĂ€tere Studie, fĂŒr die Kinder und Jugendliche beobachtet wurden, die sich erstmals zwischen 2000 und 2008 an die Amsterdamer Klinik wandten, konnte ein Ă€hnliches Ergebnis verzeichnen: Von 127 dieser ehemaligen Patienten wurden 47 (also rund 37 %) als Persister eingestuft; sie fragten auch noch Jahre spĂ€ter Hormonbehandlungen und geschlechtsangleichende Operationen an.cite-ref-49-30-0[30] 80 ehemalige Patienten (rund 63 %) hatten sich hingegen nicht erneut an die Klinik gewandt, welches die einzige im Land ist, die Behandlungen bei GeschlechtsidentitĂ€tsstörungen anbietet, und wurden deshalb als Desister eingestuft.cite-ref-49-30-1[30]
Eine umfangreiche Studie (n= 710) des Australian Family Court sieht den Anteil an Desistern in etwa bei vier Prozent.cite-ref-33[33]
HĂ€ufigkeit der Reue und der Detransition
Der Psychiater Friedemann PfĂ€fflin des UniversitĂ€tsklinikums Ulm veröffentlichte 1993 eine Studie zur Reue nach einer geschlechtsangleichenden Operation, bei der er sich auf 295 Patienten bezog, die sich in den vergangenen 30 Jahren derartigen Eingriffen unterzogen hatten, darunter sowohl Patienten, die sich bei ihm behandeln lieĂen, als auch FĂ€lle, die bereits in der wissenschaftlichen Literatur besprochen worden waren.cite-ref-40-34-0[34] Er kam zu dem Ergebnis, dass TransmĂ€nner in seiner Untersuchungsgruppe keine Reue zeigten und auch nur weniger als 1 % der Operierten, deren FĂ€lle in der Literatur behandelt wurden.cite-ref-40-34-1[34] Bei Transfrauen lag der Anteil der Bereuenden hingegen zwischen 1 % und 1,5 %.cite-ref-40-34-2[34]
1998 hatten sich rund 1100 Menschen (800 Transfrauen, 300 TransmĂ€nner) in den Niederlanden einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen.cite-ref-42-35-0[35] FĂŒr eine Studie zur Reue nach einer solchen Operation konnten die Forscher zehn dieser Personen gewinnen, neun Transfrauen und einen Transmann.cite-ref-42-35-1[35] Mithin empfanden mindestens 0,9 % aller Operierten in den Niederlanden Reue nach der Operation. Im Durchschnitt stellten sich bei ihnen 1,4 Jahre nach dem Eingriff GefĂŒhle der Reue ein. Sieben der zehn Personen hatten sich entschieden, wieder permanent in ihrem Geburtsgeschlecht zu leben.cite-ref-42-35-2[35] Mit Ausnahme einer befragten ehemaligen Transfrau gaben alle an, dass sie sich, wĂ€ren sie noch einmal mit der Frage konfrontiert, nicht mehr fĂŒr eine geschlechtsangleichende Operation entscheiden wĂŒrden.cite-ref-42-35-3[35] Sechs Personen machten eine falsche Diagnose fĂŒr die bereute Entscheidung verantwortlich; drei warfen den Behandelnden sogar Inkompetenz vor.cite-ref-42-35-4[35] Andere GrĂŒnde waren soziale Isolation, enttĂ€uschende Operationsergebnisse und das plötzlich nachlassende BedĂŒrfnis, als Frau zu leben.cite-ref-42-35-5[35] Sieben der zehn Personen hatten bereits vor der geschlechtsangleichenden Operation Zweifel an ihrer Entscheidung.cite-ref-42-35-6[35]
Die umfassendste Studie zum Thema der Detransition untersuchte alle 767 Personen (davon 289 weiblich Geborene und 478 mĂ€nnlich Geborene), die in Schweden zwischen 1960 und 2010 einen Antrag auf eine geschlechtsangleichende Operation gestellt hatten.cite-ref-47-36-0[36] Bei 681 dieser Personen fand letztlich eine geschlechtsangleichende Operation statt; ein Teil der Antragstellenden hatte den Antrag zurĂŒckgezogen.cite-ref-47-36-1[36] Insgesamt hatten bis zum Zeitpunkt der Studie 15 der 681 Personen, also rund 2,2 %, einen Antrag gestellt, die Geschlechtsangleichung rĂŒckgĂ€ngig machen zu lassen.cite-ref-47-36-2[36] Die Zahl setzte sich zusammen aus fĂŒnf weiblich geborenen Personen (2 %) und zehn mĂ€nnlich geborenen Personen (2,3 %).cite-ref-47-36-3[36] Der Anteil der Personen, die ihre Geschlechtsangleichung bereuten, nahm im Zeitraum von 1960 bis 2010 signifikant ab.cite-ref-47-36-4[36] Weiblich Geborene stellten den Antrag auf RĂŒckkehr zum Geburtsgeschlecht im Durchschnitt nach 7,5 Jahren, mĂ€nnlich Geborene im Durchschnitt nach 8,5 Jahren.cite-ref-47-36-5[36]
Eine Umfrage unter 46 Chirurgen, die 2016 an der Konferenz der World Professional Association for Transgender Health (WPATH) oder 2017 an der Konferenz der United States Professional Association for Transgender Health (USPATH) teilgenommen und insgesamt 22.725 transgender Patienten behandelt hatten, offenbarte, dass 49 % von ihnen nie einen Patienten hatten, der sie ĂŒber Reue nach der geschlechtsangleichenden Operation informierte.cite-ref-41-37-0[37] Insgesamt hĂ€tten sich 62 der Patienten (rund 0,27 %) wegen Reue an ihre ehemaligen Chirurgen gewendet, davon 13, die Brustoperationen bedauerten, und 45, die Reue wegen Operationen an den Genitalien empfanden.cite-ref-41-37-1[37] GrĂŒnde, die fĂŒr die Reue angegeben wurden, waren den Ărzten zufolge ein Wandel in der Wahrnehmung der eigenen GeschlechtsidentitĂ€t, fehlende familiĂ€re oder soziale UnterstĂŒtzung, Probleme in romantischen Beziehungen sowie chronische Schmerzen nach der Operation.cite-ref-41-37-2[37]
Eine systematische Ăbersichtsarbeit kam 2021 zu dem Ergebnis, dass die PrĂ€valenz von Reue nach geschlechtsangleichenden Operationen unter 1 % liege. Zu den HauptgrĂŒnden fĂŒr Reue zĂ€hlen waren psychosoziale Schwierigkeiten mit der neuen Geschlechterrolle und unzufriedenstellende Ergebnisse der Operationen.cite-ref-38[38] Der Anteil von Menschen, die geschlechtsangleichende Operationen bereuen, ist somit geringer als der Anteil an Menschen die vergleichbare elektive Operationen oder Lebensentscheidungen wie TĂ€towierungen bereuen. Es ist allerdings möglich, dass in Studien zur Reue bei geschlechtsangleichenden Operationen der Anteil der Bereuenden unterschĂ€tzt wird, weil betroffene Personen z. B. befĂŒrchten, durch das ĂuĂern von Reue den Zugang zu geschlechtsangleichenden Personen fĂŒr andere weiter zu beschrĂ€nken.cite-ref-39[39]
Kontroverse
Das Thema der Detransition ist insbesondere in der AnglosphĂ€re zu einem politischen geworden. Diverse Interessengruppen streiten sich ĂŒber die Faktenbasis zu Detransitionen und ĂŒber Konsequenzen, die aus den Erfahrungen von Detransitionierten und Desistern zu ziehen sind.
Die hĂ€ufigste Forderung von Detransitionierten ist, dass in der psychologischen Arbeit mit dem Patienten tiefer liegende Ursachen fĂŒr den Wunsch zur Transition erkundet werden, bevor irreversiblen MaĂnahmen wie einer Hormonersatztherapie zugestimmt wird.cite-ref-40[40]cite-ref-21-41-0[41]cite-ref-35-16-1[16] Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollen aufgrund der hohen Desistance-Raten alternative Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden, selbst wenn das Kind das Verlangen Ă€uĂert, zeitig transitionieren zu wollen.cite-ref-39-42-0[42]cite-ref-43[43] Transgender-Aktivisten wie Julia Serano lehnen das ihnen zufolge ĂŒberkommene Gatekeeper System (deutsch etwa: SchleusenwĂ€rter-System), bei dem die Ărzte letztlich darĂŒber entscheiden können, ob sich eine Person beispielsweise aufgrund der IntensitĂ€t oder bisherigen Dauer ihrer Geschlechtsdysphorie fĂŒr die Transition qualifiziert, ab.cite-ref-37-44-0[44]cite-ref-38-45-0[45] Damit wird ihnen zufolge die mittlerweile vorherrschendecite-ref-46[46] gender-affirmative therapy (deutsch etwa: gender-bestĂ€tigende Therapie), bei dem der Wunsch zur Transition von Anfang an nicht hinterfragt oder beurteilt wird, ungerechtfertigterweise angezweifelt.cite-ref-37-44-1[44]cite-ref-38-45-1[45] Die von Berichten ĂŒber Detransitionen befeuerte Angst, dass Menschen verleitet werden, sich als transgender zu identifizieren, erwĂ€chst laut Serano aus der transphoben Sichtweise, dass transsexuelle Körper beschĂ€digt seien und cisgender Personen deshalb unbedingt von dem Fehler abgehalten werden mĂŒssten, sich irrtĂŒmlicherweise geschlechtsangleichenden MaĂnahmen zu unterziehen.cite-ref-37-44-2[44]cite-ref-38-45-2[45] Zudem sollten die Detransitionierten, die sich alleine wegen der Transphobie, die ihnen wĂ€hrend ihrer Zeit als transgender identifizierte Person entgegenschlĂ€gt, zur Detransition entscheiden, in der Berichterstattung ErwĂ€hnung finden.cite-ref-47[47]cite-ref-36-48-0[48] Einige der Detransitionierten seien nie wirklich transgender gewesen.cite-ref-49[49]
Ehemals als transgender identifizierte Personen formulieren des Weiteren den Wunsch nach mehr Forschung und besserer psychologischer UnterstĂŒtzung bei einer Detransition. Forscher, die sich kritisch mit dem Thema der TranssexualitĂ€t auseinandersetzen, sind jedoch oft starker Kritik ausgesetzt und werden beim wissenschaftlichen Arbeiten behindertcite-ref-50[50]cite-ref-51[51]; dies betrifft auch Untersuchungen zu Detransitionen. So wurde im Herbst 2017 bekannt, dass der britische Psychotherapeut James Caspian daran gehindert wurde, im Rahmen eines Aufbaustudiums an der Bath Spa University eine Forschungsarbeit zu Detransition anzufertigen.cite-ref-27-52-0[52]cite-ref-28-53-0[53] UrsprĂŒnglich wollte Caspian insbesondere Personen untersuchen, die geschlechtsangleichende Operationen rĂŒckgĂ€ngig machen lieĂen; nachdem er jedoch nicht genĂŒgend gesprĂ€chswillige Betroffene gefunden hatte, weitete er das Thema seiner Arbeit auf Personen aus, die sich als transgender identifiziert hatten, nun aber wieder sozial zu ihrem Ursprungsgeschlecht detransitionierten.cite-ref-29-54-0[54] Als er sein Forschungsunterfangen vorstellte, wurde dieses laut Caspian von den UniversitĂ€t abgelehnt, weil es politisch inkorrekt sei und Kritik in den sozialen Medien auslösen könnte, was die UniversitĂ€t in ein negatives Licht rĂŒcken wĂŒrde.cite-ref-27-52-1[52]cite-ref-28-53-1[53]cite-ref-29-54-1[54] Laut der Bath Spa University geschah dies jedoch aufgrund seines methodologischen Ansatzes, der die AnonymitĂ€t der Betroffenen riskieren wĂŒrde. Die Arbeit sei auĂerdem ethisch zu komplex fĂŒr eine Masterarbeit.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-0-57-0[57] Caspian wandte sich an den High Court, um die Ablehnung seiner geplanten Forschungsarbeit ĂŒberprĂŒfen zu lassen; der Fall wurde jedoch im Februar 2019 vom Verwaltungsgericht (Administrative Court), einer Unterabteilung des High Court, verworfen.cite-ref-58[58]cite-ref-59[59]cite-ref-0-57-1[57] Daraufhin kĂŒndigte er an, den Fall vor den EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte zu bringen. Dabei wird er vom Christian Legal Centre unterstĂŒtzt, einer evangelikalen Organisation, die unter anderem HomosexualitĂ€t ablehnt.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]
WĂ€hrend ein GroĂteil der Presse zurĂŒckhaltend in der Berichterstattung ĂŒber Detransitionen ist, haben insbesondere politisch konservative Medien ein verstĂ€rktes Interesse daran, Studien und Erfahrungsberichte von Detransitionierten bekannt zu machen, um TranssexualitĂ€t pauschal negativ darzustellen und sich gegen transfreundliche Gesetzgebung auszusprechen.cite-ref-21-41-1[41]
Gender-kritische Radikalfeministinnen sehen durch Detransitionen ihre Sichtweise bestĂ€tigt, dass die ihnen zufolge vom Patriarchat oktroyierten Geschlechtsrollen durch Transitionen lediglich gestĂ€rkt und insbesondere nicht den Geschlechtsrollen entsprechende Butches, also maskuline lesbische Frauen, in ein heteronormatives System eingepresst werden sollen.cite-ref-31-12-1[12]cite-ref-35-16-2[16]cite-ref-62[62] AnsĂ€tze des gender-kritischen Radikalfeminismus werden von manchen Frauen, die zeitweise als Transmann lebten, jedoch auch durchaus ĂŒbernommen, da er sie zu einem nicht gender-konformen Verhalten und Kleidungsstil ermutigt, ohne ihnen abzuverlangen, ihr biologisches Geschlecht an diese Geschlechtsrolle anzupassen.cite-ref-31-12-2[12]cite-ref-63[63]
Weblinks
Wiktionary: Detransition
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą 37 Grad: Wenn die Geschlechtsangleichung nicht glĂŒcklich macht (Dokumentation)
Nachweise
cite-note-11. â Flores, Herman, Gates, N.T. Brown: How many Adults identify as Transgender in the United States. (PDF) 2016, abgerufen am 20. Dezember 2017.
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cite-note-33. â PrĂ€valenz: âWie viele Transsexuelle gibt es in Deutschland?â www.dgti.org www.trans-ident.de
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